1. Berliner Bogenschützen e.V.

Compound

Cams und Let-off verstehen. Stabilisatoren, Visiere, Scopes, Peeps und Releases mit Illustrationen, Modellbeispielen und Praxistipps vergleichen.

Die Bauart verstehen

Aufbau und Besonderheiten

Der Compound verändert die Auszugskraft über Cams und Kabel. Nach dem höchsten Zuggewicht sinkt die nötige Haltekraft im Vollauszug: das nennt man Let-off. Die häufige Visierausstattung wird hier erklärt; Compound blank ist eine eigene, je nach Verband anders definierte Klasse. Ausrüstung deshalb immer mit deren Regeln abgleichen.

Wettkampfregeln nach Verband →
Compound: schematische Darstellung
Illustration zur Bauart · Ausstattungen unterscheiden sich je nach Modell.

Ausrüstung einfach erklärt

Mittelteil, Wurfarme und Cams
Die Cams bestimmen zusammen mit Wurfarmen und Kabeln den Auszugsverlauf. Eingestellter Auszug und Spitzenzuggewicht müssen zur Person passen; Haltegewicht und Zuggewicht sind unterschiedliche Werte.
Sehne, Kabel und D-Loop
Kabel verbinden das System, die Sehne beschleunigt den Pfeil. Am D-Loop kann ein mechanisches Release angreifen. Arbeiten am gespannten System gehören in fachkundige Hände.
Release
Die Auslösehilfe verbindet Zughand und Sehne beziehungsweise D-Loop. Bauart und Länge beeinflussen den Kontakt zur Hand und den wirksamen Auszug. Die vier Release-Typen vergleichen →
Visier, Scope und Peep
Das Visier verstellt die Zielposition; das Scope trägt Zielpunkt und gegebenenfalls Linse und Wasserwaage. Das Peep in der Sehne hilft, das Scope gleichmäßig einzurahmen. Bauarten, Zielbild und Modelle vergleichen →
Pfeilauflage und Stabilisation
Die Auflage trägt den Pfeil; Stabilisatoren und Gewichte beeinflussen die Balance. Beides wird zum Schussablauf passend eingestellt. Stabilisatoren, Balance und Systeme vergleichen →
Pfeile und Klasse
Spine, Länge und Bauteilgewicht müssen zum Setup passen. Bei Compound blank entfallen Visierhilfen gemäß Verbandsregeln; daraus folgt nicht automatisch, dass jedes Release oder Zubehör erlaubt ist.

Worauf du am Anfang achten solltest

  • Auszug, Spitzenzuggewicht und Release zunächst passend einstellen lassen.
  • Erst eine stabile Grundeinstellung herstellen, danach Pfeilflug und ausgeschossene Visierwerte dokumentieren.

Compound · Balance & ruhiges Zielen

Stabilisatoren: Länge, Gewicht & Balance

Ein Stabi verlagert Masse vom Griff weg. Dadurch verändert er, wie der Bogen in der Hand liegt und auf kleine Drehbewegungen reagiert. Ein gutes System passt zu deiner Kraft, deinem Schussablauf und der Disziplin.

01

Balance

Vorne, hinten und seitlich verteilen: Der Bogen soll sich ohne bewusstes Verdrehen angenehm ausrichten lassen.

02

Trägheit

Weiter außen sitzende Masse widersetzt sich Drehbeschleunigungen stärker. Der Bogen reagiert weniger schnell auf kleine Drehimpulse.

03

Dämpfung

Gummidämpfer, Materialaufbau oder innere Dämpfung lassen Schwingungen abklingen. Das ist eine andere Aufgabe als das Ausbalancieren.

Drei typische Aufbauten

Beweglich im Parcours

Kompakt für 3D

Kompaktes 3D-SystemSchematische Draufsicht. Das Ziel liegt rechts. Ein kurzer Frontstab sitzt vorne am Mittelteil; ein optionaler kurzer Seitenstab ist gestrichelt eingezeichnet.DRAUFSICHT · SCHEMATISCHZIEL123SCHÜTZE LINKS · BOGENMITTE ROT
  1. Kurzer Frontstab
  2. Seitenstab optional
  3. Dämpfer & Endgewicht

Wenig Überstand erleichtert Tragen und Schießen zwischen Ästen. Ein kurzer Stab mit etwas Endgewicht kann Balance und Schussgefühl verbessern; sein Hebel bleibt kleiner als bei einem langen Stab.

Zum Vergleichen: etwa 8–12″ vorne, bei Bedarf ein kurzer Seitenstab. Ein 6″-Stab wirkt vor allem als kompakte Masse- und Dämpferlösung.

Langer Frontstab + ein Seitenstab

Compound · Target & 3D

Compound mit Front- und SeitenstabiSchematische Draufsicht. Das Ziel liegt rechts. Ein langer Frontstab zeigt nach rechts zum Ziel. Ein kürzerer Seitenstab zeigt schräg nach links zum Schützen.DRAUFSICHT · SCHEMATISCHZIEL123SCHÜTZE LINKS · BOGENMITTE ROT
  1. Frontstab Richtung Ziel
  2. Seitlich nach hinten
  3. Dämpfer & Endgewicht

Der Frontstab erhöht die Trägheit gegen Kipp- und Drehbewegungen. Der verstellbare Seitenstab gleicht Frontlast und seitliche Anbauten aus. Seine Seite und sein Winkel folgen der tatsächlichen Balance des Bogens.

Zum Vergleichen: etwa 26–30″ vorne und 10–15″ hinten. Für sportliches 3D kann derselbe Aufbau wie auf Scheibe sinnvoll sein.

Frontstab + zwei Seitenstäbe

Recurve · V-Bar

Recurve mit V-BarSchematische Draufsicht. Das Ziel liegt rechts. Ein langer Frontstab und zwei nach hinten gespreizte Seitenstäbe treffen an der V-Bar zusammen.DRAUFSICHT · SCHEMATISCHZIEL123SCHÜTZE LINKS · BOGENMITTE ROT
  1. Langer Frontstab
  2. Zwei gespreizte Seitenstäbe
  3. Dämpfer & Endgewicht

Die V-Bar („Spinne“) trägt zwei Seitenstäbe. Sie verteilt Masse nach hinten und außen. Ein Extender versetzt die Verbindung vor das Mittelteil und verändert die Balance des gesamten Aufbaus.

Zum Vergleichen: etwa 26–30″ vorne und zweimal 10–12″ seitlich. Für den Einstieg genügt zunächst ein gut passender Frontstab.

Die Längen sind praktische Vergleichsstarts, keine Vorgaben. 1″ = 2,54 cm; 1 oz ≈ 28,35 g. Stablänge, Dämpfer, Gewichte und Halterung ergeben zusammen den tatsächlichen Überstand.

Je länger, desto …?

Der Abstand macht viel aus

Doppelte Länge, gleiche Endmasse: Das Kippmoment durch die Schwerkraft verdoppelt sich. Der Beitrag der Endmasse zur Drehträgheit vervierfacht sich.

Doppelte Länge, halbe Endmasse: Gleiches Kippmoment, aber doppelte Drehträgheit dieser Endmasse. Ein langer, leichter Aufbau kann deshalb interessant sein.

Das bedeutet keine vierfache Präzision. Wind, Stabsteifigkeit, Gesamtgewicht und dein Haltevermögen entscheiden mit.

100 Gramm Endmasse sitzen 30 Zentimeter vor dem GriffGRIFFSCHWERKRAFT ↓
Kippmoment0,29 Nmdurch diese Endmasse
Drehträgheit1,0 ×gegenüber 100 g bei 30 cm

Vereinfachtes Modell: starrer, waagerechter, masseloser Stab; Endmasse als Punkt. Drehachse durch den Griff, senkrecht zur Zeichenebene. Kippmoment M = m · 9,81 · r; Trägheitsmoment I = m · r², mit kg und m. Bogen, Stabeigengewicht, weitere Anbauten und Dämpfung sind nicht eingerechnet. Der Abstand ist keine reine Katalog-Stablänge.

Was beim Auswählen wirklich zählt

Länge & Kraft

Länger bringt mehr Hebel, aber auch mehr Überstand. Mehr Endgewicht kann beruhigen und zugleich schneller ermüden. Entscheidend ist, ob du das Setup auch am Ende einer Trainingseinheit sauber hältst.

Steifigkeit & Gewicht

Der Stab muss zur Endlast passen. Ein weicher Stab mit schwerem Gewicht kann deutlich nachschwingen. Herstellervorgaben beachten; Carbon-Zahlen wie „48T“ allein sagen wenig über den fertigen Aufbau aus.

Wind & Durchmesser

Schlanke Stäbe bieten bei gleicher Länge weniger seitliche Windfläche. Länge, Form und Gewichte zählen ebenfalls. Für draußen unter echten Windbedingungen vergleichen, nicht nur in der Halle.

Winkel & Gegenbalance

Ein nach hinten gerichteter Stab kann Frontlast ausgleichen. Seitlicher Versatz wirkt gegen seitliche Unwucht. Winkel verändern die wirksamen Hebel; ein starres Gewichtsverhältnis vorne/hinten passt deshalb nicht für alle.

Dämpfer & Schussgefühl

Dämpfung soll das Nachschwingen verkürzen. Ein zu weicher Dämpfer kann unter viel Endgewicht absacken oder lange nachwippen. Ruhiges Zielen und angenehmer Klang sind getrennt zu beurteilen.

Halterung & Gewinde

Eine feste, wiederholbar einstellbare Halterung ist wichtiger als ein Markenmix. Gewichtgewinde sind oft 1/4″ oder 5/16″; das Bogenanschlussgewinde kann davon abweichen. Gewinde, Adapter und Lieferumfang vor dem Kauf abgleichen.

Halle, Scheibe oder Parcours: Was ändert sich?

Halle: Kein Seitenwind; Balance und über viele Passen tragbares Gewicht stehen im Vordergrund. Mehr Masse nur behalten, wenn Ablauf und Trefferbild profitieren.

Scheibe draußen: Schlanker, ausreichend steifer Frontstab und kontrollierbare Endlast. Ein Setup, das windstill gut hält, kann in Böen anstrengend werden.

3D und Feld: Beweglichkeit, Stand am Hang und wechselnde Schusswinkel mitprüfen. Auf offenen Schussbahnen kann das lange Target-System sinnvoll sein; auf engen Wegen bietet ein kompakter Aufbau Vorteile. Niemals Zubehör am Gelände abstützen.

Von preiswert bis Premium: konkrete Beispiele

Auswahl nach Einsatz und Budget, keine Rangliste. Die Beispiele zeigen unterschiedliche Lieferumfänge. Preisstand: 29.10.2026; angezeigte Shoppreise, Versand gegebenenfalls zusätzlich. Länge, Variante, Lieferland und spätere Preisänderungen können den Betrag verändern. Die Links führen zu Herstellerangaben und Preisquellen.

Preiswert · kompakter 3D-Aufbau

Avalon TEC 3D-Pro

25–29 €

Ein kurzer Stab · kein Front-/Heck-Komplettset

Ein günstiger Start, wenn du wenig Überstand möchtest. Vorne am Compound oder als kurzer Seitenstab einsetzbar; eine passende Seitenhalterung kommt gegebenenfalls dazu.

Merkmale, Lieferumfang & Einordnung

Carbonstab mit 18 mm Durchmesser, integriertem Dämpfer und 1/4″-Gewichtgewinde. Längen 6, 8, 10, 12 und 15″. Der Händler führt ihn als „Tec X 3D-Pro“ mit zwei abnehmbaren Gewichten. Die kurze Bauform hat weniger Hebel als ein Target-Frontstab.

Preiswert · Compound auf Scheibe & offenem 3D

Avalon TEC MAXX · Front + Seite

ab 153,88 €

Eigene Zusammenstellung · 2 Stäbe + Halterung

Ein schlankes, vergleichsweise günstiges langes System: TEC MAXX vorne, ein TEC MAXX als Seitenstab und eine verstellbare TEC X Duo Mount. Die passende Länge und Endlast wählst du selbst.

Merkmale, Lieferumfang & Einordnung

Rechenbeispiel aus drei einzeln angebotenen Teilen: Frontstab ab 82,99 € + Seitenstab ab 44,99 € + Halterung 25,90 € = ab 153,88 €. Kein vom Shop angebotenes Paket. Stäbe: 13 mm Carbon, Dämpfer und Gewichte; vorne 28/30/32″, seitlich 10/12/15″. Die serienmäßigen Gewichte sind kein persönlicher Belastungsvorschlag. Gewinde und Befestigung am eigenen Bogen prüfen.

Preiswert · olympischer Recurve auf Scheibe

Avalon Tec X · Recurve-Set

107 €

Angebotenes Set · Frontstab, 2 Seitenstäbe, V-Bar, Extender

Ein komplettes V-Bar-Grundsystem für den Recurve. Für Compound lässt sich mit einem Front- und einem Seitenstab gezielter aufbauen; dieses Set ist vom Anbieter ausdrücklich dem Recurve zugeordnet.

Merkmale, Lieferumfang & Einordnung

Das konkrete Set enthält einen Frontstab (28/30/32″), zwei Seitenstäbe (10/12/15″), eine Avalon QD Classic V-Bar (40° × 0°) und einen Extender (3/4/5″). Auswahl und Lieferumfang des Händlerpakets beachten; „Tec X“ wird im Handel für unterschiedliche Serien verwendet.

Mittlere Preisklasse · Dämpfung anpassen

ArcTec Pro-XXL Mono

169,95 €

Ein Frontstab mit Dämpfer und Gewichten

Eine Alternative für Scheibe und offene Parcours, wenn du die Dämpferhärte über wechselbare Elemente abstimmen möchtest. Seitenstäbe und Halterung sind zusätzlich einzuplanen.

Merkmale, Lieferumfang & Einordnung

Herstellerangaben: 20-mm-Carbonrohr, Längen 28–36″, 5/16″-Anschlüsse. Zum einzelnen Mono gehören Pro-XXL-Dämpfer, zusammen 75 g Gewichte, vier Gummielemente und Gewindestifte. Mehr eingesetzte Dämpferelemente machen den Dämpfer härter. Im Vergleich zu schlanken 12–14-mm-Stäben hat das Rohr mehr seitliche Windfläche.

Premium · schlanker Aufbau für Compound & Recurve

AXCEL CarboFlax Acclaim Aero 500

359,95 €

Ein Frontstab · Seitenstab und Halterung zusätzlich

Carbon und Flachsfasern in einem schlanken Rohr. Interessant, wenn du geringe Windfläche mit einer für deine Endgewichte ausreichenden Steifigkeit verbinden möchtest.

Merkmale, Lieferumfang & Einordnung

Herstellerangaben: 0,500″ (12,7 mm) Durchmesser, Frontstäbe 24/27/30/33″ und Seitenstäbe 10/12/15″. Die aktuelle Herstellerseite nennt Gewichte sowie X-VIBE- und Kryptós-Arc-Dämpfung; beim Händler die konkrete Generation und den Lieferumfang abgleichen. Die höheren Kosten belegen keinen automatischen Vorteil im Trefferbild.

Premium · verschiedene Steifigkeiten & innere Dämpfung

RamRods Vektor 2

299 €

Ein Frontstab · Standardausführung im Preisbeispiel

Konisches Carbonrohr und innere VIBRO-Core-Dämpfung für Compound und Recurve. Endgewichte, Halterung und Seitenstab gehören in die Gesamtkalkulation.

Merkmale, Lieferumfang & Einordnung

Herstellerangaben: Frontstab von 0,60″ auf 0,53″ verjüngt, Längen 26–32″, Seitenstäbe 10–15″, Gewinde 5/16-24. Tungsten-Dämpfung und die steifere S-Ausführung sind andere, teurere Varianten. Innerhalb der Marke ist Ultra 4 stärker auf schlanke Recurve-Systeme ausgerichtet; Beast richtet sich an schwere Endlasten. Ausführung nach Bedarf wählen, nicht nach dem höchsten Preis.

Das ganze System rechnen: Frontstab + ein oder zwei Seitenstäbe + passende Halterung/V-Bar + gegebenenfalls Schnellkupplung, Extender, Dämpfer und zusätzliche Gewichte. Ein Premium-Frontstab allein ist deshalb kein fairer Preisvergleich mit einem vollständigen Einsteigerset. Vor dem Kauf ein ähnliches Setup im Verein probieren.

In sechs Schritten zum passenden System

  1. Ausgangslage festhaltenBogen mit der tatsächlich genutzten Ausrüstung aufbauen. Auszug, Griff und Schussablauf sollten passen. Längen, Winkel, Gewichte und Gesamtmasse notieren.
  2. Leicht beginnenWenig Endgewicht innerhalb der Herstellervorgaben wählen. Mit Frontstab starten; Seitenstab ergänzen, wenn die Balance ihn braucht. Geliehenes Material hilft beim Vergleichen.
  3. Im Vollauszug prüfenAuf sicherem Schießstand mit eingenocktem Pfeil zum Ziel ausziehen. Wasserwaage, natürliche Ausrichtung und Kraftaufwand beobachten. Die Balance in Ruhe ist nur eine Vorprüfung.
  4. Eine Größe verändernZuerst Halterungswinkel und Lage prüfen, dann Endgewicht in kleinen Schritten ändern, etwa 1 oz. Nach jedem Schritt mehrere Passen mit gleichem Ablauf schießen.
  5. Bewegung beurteilenRuhigeres, kontrollierbares Wandern ist hilfreicher als ein kurz eingefrorener Punkt. Bei zunehmendem Zittern, Hochziehen der Schulter oder frühem Absinken Last und Aufbau überprüfen.
  6. Unter echten Bedingungen testenÜber eine ganze Einheit vergleichen, draußen auch bei Wind und im Parcours bergauf/bergab. Trefferbild und Ermüdung zählen. Einstellungen markieren, Schrauben nach Herstellerangabe prüfen und Visierwerte kontrollieren.

Guter Ausgangspunkt: Ein preiswertes, passend ausbalanciertes System hilft mehr als ein teures System, dessen Gewicht du nicht sauber führen kannst. Premium lohnt sich vor allem dann, wenn du einen konkreten Bedarf bei Steifigkeit, Windverhalten oder Dämpfung benennen kannst.

Quellen, Regeln & eigene Zeichnungen

Die Zeichnungen sind eigene schematische Darstellungen, keine Produktfotos. Empfehlungen und Startbereiche sind redaktionelle Orientierung; Modellmerkmale stammen aus den verlinkten Herstellerangaben. Preise sind datierte Beispiele, keine unabhängigen Testnoten.

Eigene Illustrationen & Vergleichsrechner · Quellenstand: 29.10.2026

Compound · Zielen & Ausrüstung

Visier, Scope & Peep: ein gemeinsames Zielsystem

Drei Bauteile mit verschiedenen Aufgaben. Erst ein gut passender Anker, dann ein helles, wiederholbares Zielbild und zuletzt die Feinabstimmung. Die eigenen Zeichnungen zeigen typische Merkmale, keine bestimmten Produkte.

Modelle zum Vergleichen: Die aufklappbaren Beispiele zeigen Herstellermerkmale und unsere praktische Einordnung. Sie sind keine unabhängige Bestenliste; belastbare, einheitliche Testnoten oder Marktanteile liegen dieser Auswahl nicht zugrunde.

01

Position & Entfernung

Visiere

Verstellbares CompoundvisierEine Befestigung am Mittelteil trägt den langen Vorbau. Am vorderen Ende sitzen Höhenschiene und seitlicher Schlitten mit Scope.1234
  1. Bogenbefestigung
  2. Vorbau / Ausleger
  3. Höhenschiene
  4. Seitenschlitten mit Scope

Das Visier hält das Scope und bewegt es nach oben, unten und seitlich. Die Entfernungsskala gehört zu deinem Bogen, Pfeil und Auszug.

Turniervisier mit Feintrieb
Typisch für Halle, Scheibe, Feld und sportliches 3D. Kleine Klickschritte, ablesbare Skala und einstellbare Achsen erleichtern reproduzierbare Änderungen.
Slider / Rollrad
Eine größere Verstellung macht Entfernungswechsel bequem. Für 3D sinnvoll, sofern das Visier spielfrei ist, die Achsen passen und die Skala ausgeschossen wurde.
Festes Mehrpin-Visier
Mehrere feste Entfernungsreferenzen ohne jedes Mal zu verstellen. Im jagdlich geprägten Bereich verbreitet; die Zulassung für den jeweiligen DSB-Wettbewerb gesondert prüfen.
Vorteil
Ein guter Feintrieb hält die Einstellung und lässt bekannte Werte schnell wiederfinden. Ein abnehmbarer Vorbau erleichtert den Transport.
Zu beachten
Langer Ausleger und großes Scope kosten Gewicht und können die Pfeilfreiheit begrenzen. Nach Änderungen der Auslegerlänge Zielbild und Visierwerte neu prüfen.
Marken & Modelle vergleichen

Premium-Turniervisier

AXCEL Achieve XP PRO · Compound

6- oder 9-Zoll-Carbonvorbau, Feineinstellung der ersten Achse und abnehmbarer Block für die zweite/dritte Achse. Zum Vergleichen: Bedienung der Verriegelungen und Gewicht am eigenen Bogen.

Hersteller & Ausführung ↗

Premium-Turniervisier

Shibuya ULTIMA CP PRO G2

Herstellerangabe: etwa 0,04 mm pro Klick, 6- oder 9-Zoll-Vorbau sowie zweite/dritte Achse einstellbar. Die feinen Schritte helfen bei Korrekturen; Entfernungswechsel und Ablesbarkeit vor dem Kauf ausprobieren.

Hersteller & Ausführung ↗
02

Zielpunkt, Linse & Wasserwaage

Scopes

Scope mit Linse, Zielpunkt und WasserwaageDas runde Gehäuse trägt eine Linse. Ein einzelner Faserpin endet im Zentrum; unten sitzt die Wasserwaage. Die gestrichelte Erweiterung zeigt eine optionale Sonnenblende.1234
  1. Gehäuse / Sonnenblende
  2. Optionale Vergrößerungslinse
  3. Einzelner Zielpunkt / Pin
  4. Wasserwaage

Das Scope ist der vordere Zielkörper. Es kann einen Pin, Punkt oder Zielring und eine Linse tragen. Die Wasserwaage zeigt, ob der Bogen verkantet ist – sofern die Achsen richtig eingestellt sind.

Pin ohne Vergrößerung
Ein übersichtlicher Einstieg und eine Option bei wechselndem Licht. Ohne zusätzliche Linse gibt es weniger Glasflächen, die nass oder schmutzig werden können.
Linse mit Punkt, Ring oder Pin
Für Scheibe, Halle, Feld und 3D. Vergrößerung hilft beim Erkennen des Ziels, zeigt aber auch die eigene Zielbewegung deutlicher.
Kleines oder großes Gehäuse
Klein: kompakte Umrahmung und eher mehr Platz zum Pfeil. Groß: mehr sichtbare Umgebung, dafür braucht das Peep ein passendes Sichtfeld. Gehäusedurchmesser ist nicht automatisch Linsendurchmesser.
Vorteil
Zielpunkt, Lichtabschirmung und Linse lassen sich an Zielauflage und Sehvermögen anpassen. Ein passender Außenring erleichtert das Zentrieren im Peep.
Zu beachten
Mehr Vergrößerung ist nicht automatisch präziser. Regen, Gegenlicht, ein überstrahlender Faserpunkt oder eine unpassende Linse können das Bild verschlechtern.
Marken & Modelle vergleichen

Modulares Wettkampf-Scope

SHREWD Optum

Die Serie bietet 29, 35 und 40 mm. Beim 35/40-mm-Modell lassen sich Pinposition und Faserabdeckung anpassen. Linse und Sonnenblende passend zur Variante wählen; Lieferumfang prüfen.

Hersteller & Ausführung ↗

Scope mit Wechselkartuschen

ULTRAVIEW UV3 / UV3XL · Target

Wechselbare Pin- beziehungsweise Linsenkartuschen; mehrere Linsenstärken erhältlich. Die angebotenen Lichtmodule sind für DSB-Compound zu entfernen: Das ausgeschaltete Modul allein macht das Setup nicht regelgerecht.

Hersteller & Ausführung ↗
03

Hintere Zielöffnung in der Sehne

Peeps

Peep in der Sehne mit optionalem EinsatzDie geteilten Sehnenstränge laufen beidseitig um das eingebundene Peep-Gehäuse. Im Zentrum befindet sich die Öffnung. Rechts ist ein austauschbarer Blendeneinsatz schematisch abgesetzt.1234
  1. Geteilte Sehne & Wicklung
  2. Peep-Gehäuse
  3. Blicköffnung
  4. Optionaler Blendeneinsatz

Das Peep bildet die hintere Referenz. Im natürlichen Anker soll der Blick gerade hindurchgehen; das Scope erscheint gleichmäßig darin eingerahmt. Du passt das Peep an deinen Anker an, nicht deinen Kopf an ein falsch sitzendes Peep.

Feste Öffnung ohne Zusatzlinse
Einfach, leicht und mit wenigen Teilen. Passt für den Einstieg und viele 3D-Setups, wenn Bildhelligkeit und Umrahmung stimmen.
Wechselblenden-System
Die Öffnung lässt sich dem Scope und dem Licht anpassen. Eine kleinere Blende kann die Schärfentiefe erhöhen, macht das Bild aber dunkler.
Clarifier oder Verifier
Clarifier: Zielbild zusammen mit einer Scope-Linse schärfen. Verifier: den nahen Pin schärfer sehen. Beides hat unterschiedliche Aufgaben und muss am eigenen Bogen ausprobiert werden.
Vorteil
Ein passendes Peep unterstützt die gleiche Blickrichtung von Schuss zu Schuss. Wechselbare Blenden erlauben Anpassungen, ohne gleich das ganze Gehäuse zu tauschen.
Zu beachten
Falscher Winkel, Drehung oder zu kleine Öffnung stören den Durchblick. Zusätzliche Linsen sind empfindlicher gegen Nässe und Schmutz. Einbau und Sicherungswicklung gehören in fachkundige Hände.
Marken & Modelle vergleichen

Modulares System

Specialty Archery Podium Peep

Zwei Sehnenwinkel im Gehäuse, werkzeuglos wechselbare Blenden sowie optionale Clarifier und Verifier. Die Podium-Einsätze passen nur zur Podium-Serie; Zubehör anderer Serien nicht verwechseln.

Hersteller & Ausführung ↗

Blendensystem mit Clarifier-Option

Hamskea InSight

Lichtabschirmendes Gehäuse, austauschbare Blenden und optionale Klärlinsen. Standard- und Short-Draw-Ausführungen unterscheiden sich im Sehnenwinkel. InSight und andere Hamskea-Generationen gezielt zuordnen.

Hersteller & Ausführung ↗

Auge → Peep → Scope → Ziel

Gleichmäßig einrahmen

Im Vollauszug sollte der Außenring des Scopes mittig in der Peep-Öffnung erscheinen, mit einem gut erkennbaren, gleichmäßigen Lichtrand. Erst dann den Zielpunkt auf das Ziel bringen. Den Kopf nicht während des Zielens passend verschieben.

Die Wasserwaage ist eine eigene Kontrolle: Ein mittiges Scope garantiert noch keinen senkrechten Bogen. Die Abbildungen zeigen das Prinzip, keine vorgeschriebene Ringgröße.

Gleichmäßig zentriert
Seitlich versetzt
Linse, Vergrößerung, Peep-Größe: Was gehört zusammen?

Mit wenig Vergrößerung beginnen: Ohne Linse oder etwa 2×–4× ist ein sinnvoller Versuch für Einstieg und wechselnde 3D-Bedingungen. Für Scheibe und Halle lassen sich 4× und 6× vergleichen. Das sind Praxisvorschläge, keine DSB-Vorgaben. Eine stärkere Linse lohnt sich nur, wenn du das Bild ruhig und deutlich nutzen kannst.

„4ד ist keine universelle Wirkung: Das sichtbare Bild hängt unter anderem vom Abstand zwischen Auge und Scope sowie vom gesamten optischen System ab. Dioptrien und Vergrößerungsangaben nicht gleichsetzen.

Peep-Größe am Bogen wählen: Die Öffnung muss zum sichtbaren Scope-Ring, zum Abstand und zum Umgebungslicht passen. Kleine Öffnungen können schärfer, aber deutlich dunkler wirken. Erst ohne zusätzliche Peep-Linse vergleichen, dann bei Bedarf einen Clarifier testen.

Ziel unscharf oder Pin unscharf? Ein Clarifier kann zusammen mit der Scope-Linse das Ziel klären und dabei den Pin unschärfer machen. Ein Verifier hat die andere Aufgabe, den nahen Pin zu schärfen. Stärke und Produktserien nicht blind mischen; mit normaler Sehhilfe und unter realem Licht probieren.

Grundlagen: Specialty · Bildschärfe & Blenden ↗ · SHREWD · Scope-Auswahl ↗

Welche Kombination für welche Disziplin?

Praktische Ausgangspunkte zum Ausprobieren. Entscheidend sind dein Sehvermögen, Lichtbedingungen und die gültigen Wettkampfregeln.

Halle · 18 m

Fein verstellbares Turniervisier, gut sichtbarer Punkt oder Ring und ein passendes Peep. Eine mittlere Vergrößerung zuerst testen; unter Hallenlicht darf die Öffnung nicht zu dunkel werden. Ein kompakter Scope kann die Auflage gut einrahmen.

Scheibe im Freien

Wiederholbare Klicks, gut lesbare Skala und mechanische Sonnenblende sind nützlich. Linse und Faserhelligkeit bei Sonne und Schatten vergleichen. Mehr Vergrößerung zeigt auch Wind- und Haltebewegungen deutlicher.

Feld · bergauf & bergab

Feintrieb oder gut ablesbarer Slider, passende zweite/dritte Visierachse und ein unter wechselndem Licht brauchbares Zielbild. Die Einstellung muss auch bei geneigtem Bogen stimmen. Für unbekannte Entfernungen einen einzelnen Zielpunkt vorsehen.

3D · wechselnde Ziele

Übersicht und Lichtreserve sind oft wichtiger als starke Vergrößerung. Ein einzelner Pin oder Punkt, geringe bis mittlere Vergrößerung und eine ausreichend helle Peep-Öffnung sind gute Vergleichsstarts. Nah und fern prüfen: Scope, Pfeil und Befiederung müssen frei bleiben.

In sinnvoller Reihenfolge einstellen und schießen

  1. Anker zuerstAuszug und Release passend einstellen. Natürliche Kopfhaltung und wiederholbaren Kontakt finden, bevor das Peep positioniert wird.
  2. Mechanik prüfenFesten Sitz, Vorbau, Scope-Aufnahme und Achsen kontrollieren. Peep fachgerecht einbinden; Winkel und Durchblick im Vollauszug prüfen lassen.
  3. Optik abstimmenScope, Linse und Peep gemeinsam unter echtem Licht ausprobieren. Eine Einstellung nach der anderen ändern und dokumentieren.
  4. Entfernungen ausschießenVisierwerte mit dem eigenen Setup ermitteln. Nach Änderung von Auslegerlänge, Pfeilen oder Zuggewicht die Skala erneut kontrollieren.
  5. Zielbild aufbauenStabil ankern, Scope im Peep zentrieren, Wasserwaage prüfen und den Zielpunkt setzen. Die normale kleine Zielbewegung zulassen.
  6. Ablauf fortsetzenGleichmäßig weiterarbeiten und mit dem erlernten Release-Ablauf lösen. Bei verlorenem Anker oder unklarem Bild kontrolliert absetzen und neu beginnen.

Eigene schematische Illustrationen · Marken und Modelle dienen der Einordnung. Quellen sind direkt bei den jeweiligen Aussagen und Beispielen verlinkt. Stand: 29.10.2026.

Compound · Ausrüstung & Schusstechnik

Welches Release passt zu dir?

Vier Grundtypen, vier Auslöseprinzipien. Entscheidend sind eine passende Handlage und ein Ablauf, den du zuverlässig wiederholst. Die Zeichnungen zeigen typische Merkmale, keine bestimmten Produkte.

01

Wrist / Index · mit Handschlaufe

Zeigefingerrelease

Zeigefingerrelease mit HandschlaufeEine breite Handschlaufe trägt den Zug. Eine verstellbare Verbindung führt zum Kopf am D-Loop. Unter dem Kopf sitzt der Zeigefingerabzug.1234
  1. Handschlaufe
  2. Längenverbindung
  3. Abzug
  4. Kopf am D-Loop

Der Zeigefinger betätigt einen Abzug.

Typischer Einsatz Besonders im jagdlich geprägten Compoundbereich verbreitet; auch für 3D, Feld und Scheibe nutzbar.

Vorteil
Die Schlaufe übernimmt viel Zuglast und hält das Release am Handgelenk. Der Abzug ist gut erreichbar, wenn die Länge stimmt.
Zu beachten
Ein langer Verbindungssteg verleitet zum Strecken des Fingers. Ruckartiges Abziehen kann die Hand und den Anker verschieben.
Sauber auslösen & Fehler vermeiden

Beim Ausziehen bleibt der Finger vom Abzug weg. Erst im stabilen Anker Kontakt aufnehmen, den Druck gleichmäßig aufbauen und den Zug weiterführen.

Häufiger Fehler: Den Abzug im Vorbeischwenken durch die Mitte „schlagen“. Auch ein Handgelenkrelease lässt sich ruhig und mit fortlaufender Rückenspannung schießen.

Marken & Modelle: T.R.U. Ball eXecute V2 CK · STAN SoleX Index →

ATA · Einsatz und Bauarten ↗

02

Thumb Button · in der Hand gehalten

Daumenrelease

Daumenrelease mit HandgriffDer geformte Handgriff führt zum Haken am D-Loop. Seitlich steht ein Daumenknopf als Abzug ab.123
  1. Geformter Handgriff
  2. Daumenabzug
  3. Haken am D-Loop

Ein seitlicher Daumenknopf ist der Abzug.

Typischer Einsatz Typische Wahl im sportlichen Compound: Halle und Scheibe, ebenso Feld und 3D.

Vorteil
Die Knöchel können eine wiederholbare Ankerreferenz bilden. Der Daumen betätigt den Abzug unabhängig von dieser Kontaktstelle.
Zu beachten
Handgröße, Griff und Knopfposition müssen passen. Auch mit dem Daumen kann man den Schuss vorwegnehmen oder den Knopf ruckartig drücken.
Sauber auslösen & Fehler vermeiden

Mit gleichbleibender Fingerlage ausziehen, Daumen vom Abzug lassen. Im Anker Kontakt aufnehmen und den Abzugsdruck bei weiterlaufender Zugbewegung steigern.

Häufiger Fehler: Griff oder Daumenposition während des Zielens wechseln. Abzugsweg und -kraft nur nach Anleitung einstellen; extrem leicht ist nicht automatisch sauberer.

Marken & Modelle: STAN OnneX Thumb · ULTRAVIEW UV Button 2 →

STAN · Abzugsweg und Abzugskraft ↗

03

Rotation · ohne üblichen Abzug

Hinge-Release

Hinge-Release mit DrehgelenkEin Handgriff trägt einen schwenkbaren Kopf mit Haken am D-Loop. Die rote Bogenlinie zeigt die relative Drehbewegung am Gelenk; der seitliche Stift ist eine Daumenauflage.1234
  1. Handgriff
  2. Drehgelenk / Kopf
  3. Daumenauflage*
  4. Relative Drehung

Eine Winkeländerung zwischen Griff und Kopf gibt den Haken frei.

Typischer Einsatz Im Scheiben- und 3D-Sport gebräuchlich; auch für Feld und Techniktraining.

Vorteil
Kein Abzugsknopf, den man plötzlich drücken muss. Kann einen gleichmäßig fortgesetzten Schussablauf unterstützen.
Zu beachten
Ausziehen und Absetzen erfordern eine eingeübte Handlage. Zu frühe Rotation kann schon beim Ausziehen auslösen; auch ein Hinge lässt sich hektisch „kippen“.
Sauber auslösen & Fehler vermeiden

Modellspezifische Auszugsposition halten. Im Anker die erlernte Bewegung gleichmäßig fortsetzen: Die nötige kleine Rotation entsteht kontrolliert, ohne abruptes Verdrehen des Handgelenks.

Häufiger Fehler: Mehr Zug allein löst nicht zwingend aus: Entscheidend ist der Winkel. *Eine Daumenauflage ist nicht automatisch eine Sicherung; manche Modelle haben eine eigene Auszugskontrolle.

Marken & Modelle: ULTRAVIEW UV Hinge 3 · T.R.U. Ball Fulkrum Flex AC →

STAN · Hinge und Auszugskontrolle ↗

04

Zugkraftgesteuert · Pull-through

Resistance-Release

Resistance-Release mit Sicherung und ZugkraftauslösungEin Handgriff mit Sicherungshebel verbindet die Finger mit dem Haken am D-Loop. Entgegengesetzte rote Pfeile zeigen zunehmende Zugkraft, keine Drehung.1234
  1. Handgriff
  2. Sicherungshebel*
  3. Krafteinstellung
  4. Zugkraft nimmt zu

Es öffnet beim Überschreiten einer eingestellten Zugkraft.

Typischer Einsatz Vor allem eine Option für das Training gleichmäßigen Weiterziehens; bei sicher beherrschtem Ablauf auch im Wettkampf einsetzbar.

Vorteil
Gibt Rückmeldung, ob die Zugkraft weiter aufgebaut wird. Kein Schussbefehl über einen gewöhnlichen Abzug nötig.
Zu beachten
Die Schwelle muss zum tatsächlichen Haltegewicht passen. Verändertes Let-off oder ein anderer Bogen können eine neue Einstellung verlangen.
Sauber auslösen & Fehler vermeiden

Mit der vorgesehenen Sicherung ausziehen. Im stabilen Zielablauf nach Anleitung entsichern und die Zugkraft kontrolliert erhöhen. Vor dem Absetzen wieder sichern, soweit das Modell dies vorsieht.

Häufiger Fehler: *Der Daumenhebel sichert hier und ist kein normaler Daumenabzug. Die Auslöseschwelle liegt über dem Haltegewicht im Vollauszug, nicht über dem Spitzenzuggewicht.

Marken & Modelle: STAN OnneX Resistance · Carter Evolution 20 →

STAN · Zugkraft und Sicherung ↗

Marken & konkrete Modelle · Stand 29.10.2026

Premium-Releases & Alternativen

STAN, T.R.U. Ball und ULTRAVIEW stehen hier im Mittelpunkt; Carter ergänzt die zugkraftgesteuerten Modelle. Die Auswahl verbindet positiv besprochene Releases mit technisch passenden Alternativen. Welches davon zu dir passt, zeigt das Probeschießen.

So liest du die Empfehlungen

„Praxistest“ und „Händlerempfehlung“ nennen ihre Quelle. „Alternative“ bedeutet eine Einordnung nach Ausstattung. Die Auswahl ist kein eigener 1.BBS-Test und keine Verkaufsrangliste. Die verlinkten Praxisberichte stammen überwiegend aus dem US-Bogenjagdbereich; unsere Hinweise zu Halle, Feld und 3D sind eine redaktionelle Übertragung auf den Sport.

Zeigefinger · mit Handschlaufe

T.R.U. BallPraxistest · 2026
eXecute V2 CK

Premium-Kandidat für Scheibe, Feld und 3D, wenn du bei der Handschlaufe bleiben möchtest.

Das zeichnet es aus
Messingkopf, Double-Sear-Mechanik sowie getrennt einstellbarer und arretierbarer Abzugsweg und Abzugswiderstand. Feste oder textile Verbindung zur Schlaufe erhältlich.
Beim Vergleichen beachten
Das höhere Kopfgewicht bewusst ausprobieren. Gehört laut Test zu den teureren Zeigefingerreleases.

P. J. Reilly wählt das eXecute V2 bei Outdoor Life 2026 als seinen Favoriten unter den Zeigefingerreleases.

STANHändlerempfehlung · 2026
SoleX Index

Kompakte Alternative für den Einstieg und den regelmäßigen Einsatz mit Handschlaufe.

Das zeichnet es aus
Single-Sear-Mechanik; wahlweise feste, längenverstellbare Verbindung oder Textilverbindung. Wird auch als separate Clicker-Version angeboten.
Beim Vergleichen beachten
Verbindungsart und Abzugsreichweite am eigenen Handgelenk vergleichen. SoleX Index und SoleX Clicker beim Bestellen auseinanderhalten.

Fachhändler Jeff Looman nennt SoleX im Outdoor-News-Interview als sein besonders häufig verkauftes Indexrelease. Das ist eine Händlererfahrung, keine Marktstatistik.

Daumen · in der Hand gehalten

STANHändlerempfehlung · 2026
OnneX Thumb

Premium-Option für Halle, Scheibe und 3D, wenn du die Handlage vielseitig anpassen möchtest.

Das zeichnet es aus
Abzugsweg und -kraft einstellbar. Drei- und Vierfinger-Konfiguration sowie unterschiedliche Daumenknöpfe und Verlängerungen gehören laut Hersteller zum Lieferumfang.
Beim Vergleichen beachten
Passende Griffgröße wählen und die vielen Einstellungen schrittweise abstimmen. Die zusätzliche OnneX-Clicker-Version hat einen anderen Ablauf mit Klicksignal.

Im Outdoor-News-Interview wird OnneX von Jeff Looman ausdrücklich empfohlen; er hebt die Anpassungsmöglichkeiten hervor.

ULTRAVIEWPraxistest · 2026
UV Button 2

Premium-Option für einen kompakten Griff; für sportlichen Compound in Halle, Feld und 3D zum Probeschießen vormerken.

Das zeichnet es aus
Kürzerer Hals als beim Vorgänger, getrennt arretierbare Einstellungen für Abzugsweg und -kraft. Aluminium- oder Messinggehäuse, Standard- oder XL-Größe.
Beim Vergleichen beachten
Zusätzliche Zwei-/Vierfinger-Anbauten kosten extra. Aluminium und Messing fühlen sich durch das unterschiedliche Gewicht deutlich anders an.

Outdoor Life führt UV Button 2 als Daumen-Favoriten 2026. Gelobt werden Handkomfort und Auslösegefühl; der Preis ist ein Kritikpunkt.

Hinge · über Drehung auslösen

ULTRAVIEWPraxisbesprechung · 2026
UV Hinge 3

Aktuelle Premium-Generation für Hinge-Schützinnen und -Schützen, die einen kurzen Hals und eine breite Daumenauflage suchen.

Das zeichnet es aus
Ein einzelner Moon bestimmt den Auslösewinkel; unterschiedliche Haken verändern den Abstand zwischen Klick und Auslösen. Aluminium oder Messing, Standard oder XL.
Beim Vergleichen beachten
Andere Klickhaken und Fingeranbauten sind Zubehör. Beim älteren Hinge 2 funktionieren Klick- und Auslöseverstellung anders – die Generation beim Kauf beachten.

The Archery Project bespricht Hinge 3 im August 2026 positiv, besonders die kürzere Geometrie. Das ist eine Praxismeinung, kein standardisierter Vergleichstest.

T.R.U. BallPremium-Alternative
Fulkrum Flex AC

Für Scheiben- und 3D-Schützen interessant, die Kopfposition und Griffgeometrie gezielt abstimmen möchten.

Das zeichnet es aus
Messingkörper, verstellbare Kopfposition und bewegliches drittes Fingersegment. Klick und Auslösewinkel lassen sich getrennt feinjustieren; mehrere Griffgrößen.
Beim Vergleichen beachten
Messinggewicht und Griffgröße beim Probeschießen vergleichen. Die vielen Einstellungen einzeln verändern, damit ihre Wirkung nachvollziehbar bleibt.

Auswahl nach Herstellerangaben: ein Vergleichskandidat mit Schwerpunkt auf individueller Griff- und Kopfanpassung.

Resistance · über Zugkraft auslösen

STANPraxistest · 2026
OnneX Resistance

Premium-Kandidat für das Training des gleichmäßigen Weiterziehens und für einen damit sicher beherrschten Wettkampfablauf.

Das zeichnet es aus
Einstellbare Auslösekraft; gleiche grundlegende Griffgeometrie wie andere OnneX-Typen. Drei-/Vierfinger-Teile und unterschiedliche Daumenbauteile im Lieferumfang.
Beim Vergleichen beachten
Die Kraftschwelle muss zum tatsächlichen Haltegewicht passen. Der Daumenhebel dient hier der Sicherung; er ist kein gewöhnlicher Daumenabzug.

Outdoor Life nennt OnneX Resistance 2026 als Empfehlung in der Kategorie zugkraftgesteuerte Releases.

CarterWeitere Alternative
Evolution 20

Zum Vergleich, wenn du ein eigenständiges zugkraftgesteuertes Handrelease mit Daumensicherung suchst.

Das zeichnet es aus
Die Auslösekraft lässt sich über eine Einstellschraube ändern; beim Evolution 20 ist dafür innerhalb des vorgesehenen Bereichs kein Federwechsel nötig.
Beim Vergleichen beachten
Die Sicherung beim Ausziehen und Absetzen nach Carter-Anleitung halten. Griffgefühl und Sicherungsbedienung am Trainer ausprobieren.

Auswahl nach Herstellerangaben: eine weitere Bauform zum direkten Vergleich von Handlage und Sicherungsbedienung.

Wie die Bewertungen ausgewählt wurden

Was passt zu welcher Disziplin?

Praktische Orientierung, keine vorgeschriebene Zuordnung und keine Rangliste. Die Passform und dein eingeübter Ablauf entscheiden mit.

Halle & Scheibe im Freien

Daumen und Hinge sind typische sportliche Optionen. Zum Vergleichen auf gleichmäßige Ausführung und wiederholbaren Anker achten. Ein gut passendes Zeigefingerrelease bleibt eine vollwertige Möglichkeit.

Feld & 3D

Daumen, Hinge und Zeigefinger kommen infrage. Entscheidend ist, dass Ausziehen und Absetzen auch bei schrägem Stand und Bergauf-/Bergabschüssen sicher funktionieren. Die Schlaufe ist beim Gehen praktisch.

Schussablauf trainieren

Hinge kann die kontrollierte Rotation, Resistance den fortgesetzten Kraftaufbau erfahrbar machen. Ein Wechsel ersetzt weder Training noch die Arbeit an einem hektischen Auslösen.

Einstieg ins Release-Schießen

Mit Trainerhilfe ein gut erreichbares Zeigefinger- oder Daumenrelease ausprobieren. Zuerst am geeigneten Schusstrainer Handlage, Auslösen und Absetzen lernen; danach mit Pfeil auf kurze Distanz üben.

DSB-Compound: Die Sportordnung erlaubt eine Ablasshilfe, die nicht am Bogen befestigt ist. Elektrische bzw. elektronische Ausrüstung ist in diesem Zusammenhang ausgeschlossen. Für andere Verbände und Compound-Unterklassen gesondert die Regeln prüfen. DSB · 6.2.2.2, Online-Ausgabe Stand 01.01.2027 ↗

Ein sauberer Ablauf – vom Einhaken bis zum Nachhalten

  1. VorbereitenD-Loop und Release auf Verschleiß prüfen. Pfeil einnocken, Haken bzw. Backen korrekt schließen und festen Sitz kontrollieren.
  2. Kontrolliert ausziehenBogen zum sicheren Zielbereich ausrichten. Bei Abzugsreleases Finger bzw. Daumen vom Abzug lassen; Sicherung oder Auszugsposition anderer Typen nach Anleitung nutzen.
  3. Ankern & ausrichtenHandlage und Gesichtskontakt wiederholen, Peep und Scope ausrichten. Den Griff jetzt nicht mehr umsetzen.
  4. Zielen & weiterarbeitenNormale Zielbewegung zulassen. Spannung halten und den Ablauf des jeweiligen Typs gleichmäßig fortsetzen, statt auf einen perfekten Stillstand zu warten.
  5. Lösen & nachhaltenDen Schuss nicht mit einem Ruck erzwingen. Bogenarm und Blick weiter zum Ziel führen; die Zughand folgt der bereits aufgebauten Bewegung.
  6. Bei Störung absetzenStockt der Ablauf, kontrolliert neu beginnen. Beim Hinge die vorgeschriebene Handlage, beim Resistance die erforderliche Sicherung beachten – auch beim Absetzen.

Grundlagen: World Archery · Coaching Manual Level 2 ↗; Sicherungsbeispiel: Carter · Evolution 20 ↗.

Passform, Klick und Varianten: worauf du beim Vergleichen achtest
  • Handgröße & Länge: Griff bzw. Schlaufe sollen wiederholbar sitzen; der Abzug muss ohne Umgreifen erreichbar sein. Nach einem Wechsel Auszug, Anker, Peep-Höhe und D-Loop gemeinsam prüfen lassen.
  • Haken oder Backen: Das beschreibt die Verbindung zum D-Loop, nicht das Auslöseprinzip. Auch drei oder vier Fingerauflagen bilden keine eigene Release-Kategorie.
  • Mit oder ohne Klick: Manche Hinge- und Abzugsmodelle geben ein zusätzliches Signal. Es ist eine Rückmeldung im Ablauf und kein Befehl, den Schuss plötzlich herauszudrücken.
  • Einstellen: Abzugsweg, Auslösewinkel und Kraftschwelle sind unterschiedliche Größen. Kleine Änderungen nach Modellanleitung am geeigneten Trainer prüfen; nicht pauschal „möglichst leicht“ einstellen.

Archery Australia · Handlage und Release ↗; STAN · Klick als Rückmeldung ↗.

Eigene schematische Illustrationen · Bauformen und Sicherungen unterscheiden sich je nach Modell. Quellen geprüft am 29.10.2026.

Passende Hilfen

Quellen zu Bauart und Ausrüstung